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Burnout bei Lehrern

Burnout-Prävention – seit Jahrzehnten bekannt und nichts verändert – nerv!!!

„Immer mehr Lehrer in Deutschland klagen über Burn-out. Bildungsexperten gehen davon aus, dass fast jeder dritte Pädagoge psychische Probleme hat. Denn Arbeitsüberlastung, schwierige Schüler, mangelnde Anerkennung und permanente Lautstärke zehren an den Nerven. Burn-out führt nicht nur zu Unterrichtsausfall und Frühpensionierungen. Ausgebrannte Lehrer sind zudem in aller Regel nicht in der Lage, die erforderliche Unterrichtsqualität zu gewährleisten, wenn sie vor ihrer Klasse stehen.“ www.welt.de 9.12.14

Natürlich hat „die Welt“ Recht, das weiß jeder Lehrer. Und es wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer! Die einzelnen Punkte aufzuzählen ist müßig und verstärkt nur den Frust. Die Folgen der ständigen Überlastung sind inzwischen bei vielen angekommen und körperlich spürbar: Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Magenprobleme, Verdauungsbeschwerden, erhöhte Anfälligkeiten für Infektionen…

Es wird höchste Zeit, etwas dagegen zu tun! Schon steigt der Ärger! Wer soll etwas dagegen tun, natürlich wieder die Lehrer! Solange sich an den äußeren Umständen, wie Arbeitszeit, Klassengrößen, Anerkennung und und und nichts ändert, wird die Belastung immer bleiben und der Stress ist vorprogrammiert!

Stimmt! Aber jeder ist sich selbst der nächste. Und hier geht es um die eigene Gesundheit! Um die eigene Lebensqualität! Um die Qualität des eigenen Berufsalltags! Um das eigene Leben! Und um die eigenen Schüler!

Inzwischen gibt es fast an jeder Schule Burnout-Beauftragte und oft werden Vorträge zur Burnout-Prävention angeboten. Das sind gute Ansätze, aber zwischen Wissen und Tun liegen bekanntlich Welten. Und wie gesagt, bekannt ist diese Problematik schon seit Jahren!

Was hier fehlt, ist eine praktische Hilfe zur Selbsthilfe. In kurzer Zeit zu erlernen und dann bei Bedarf leicht anzuwenden, wie z.B. die Klopftechnik oder Selbsthypnose.

Bleiben Sie gesund oder beugen Sie vor!
Barbara Duensing-Knop

Stessanfälligkeit: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe. Und wenn zwei das Gleiche erleben, liegen oft Welten dazwischen.

In Gesprächen mit Freunden und Bekannten über Stress, kam heraus, dass alle ähnlich auf Stress reagierten, z.B. mit Appetitlosigkeit, Anspannung oder sogar Verspannung der Muskulatur. Als ich ihnen die alten Lebensweisheiten zeigte, „Das schlägt mir auf den Magen“, „Ich habe einen Kloß im Hals“ und viele mehr, konnten sie die meisten abnicken.

Auch die Situationen, die Stress bereiteten, waren gleich bis ähnlich: Ärger mit dem Chef oder den Kollegen, in der Familie, Sorgen, Angst, Überforderung. Aber trotzdem gab es einen Unterschied. Wir reagierten unterschiedlich schnell und unterschiedlich stark auf diese Situationen. Wenn manchen schon beim Erzählen der „Kamm schwoll“, reagierten andere gar nicht oder sehr verhalten.

Ich dachte, na ja, die sind eben cool oder sie sitzen es aus. Vielleicht haben sie auch ein unterschiedlich starkes Nervenkostüm geerbt. Aber dann las ich in einem Artikel, dass Stressanfälligkeit nichts mit den Genen zu tun hat.

Es hieß, das Forscher heute aus Tierversuchen wissen, dass die Höhe des Stresslevels nicht vererbt sondern erlernt wird. Wenn z.B. Mäuse eine artgerechte „Kinderstube“ hatten, waren sie weniger stressanfällig als Mäuse, die in der frühen Phase vernachlässigt wurden. Das gleiche hatten sie bei Affen beobachtet. Affen mit einer guten Mutterbindung waren stressresistenter als Affen, die von der Mutter getrennt wurden. Außerdem konnten sie sehen und messen, dass Affenjunge von gestressten Müttern später empfindlicher und stärker auf Stress reagierten als Junge von ausgeglichenen Affenmüttern.

O.k., übertragen auf uns heißt das: Stressreaktion ist ein archaischer  Überlebensinstinkt und wenn die Säuglinge und Kleinkinder bei unseren frühen Vorfahren nicht umsorgt wurden, waren sie extrem gefährdet und gerieten entsprechend in Stress. Deshalb haben sie durch Schreien und Strampeln versucht, auf sich aufmerksam zu machen, damit die Mutter oder die Gruppe sich um sie kümmert.

Da wir ein „uraltes Modell“ sind, wundert es mich nicht, dass auch heute Kleinkinder bei Vernachlässigung in Panik, d.h. in Stress geraten und fürs Leben lernen, „Hilfe, ich bin in Gefahr, wenn sich keiner um mich kümmert, wenn mich keiner wahrnimmt, wenn keiner auf meine Bedürfnisse eingeht“. Und dass sie den Stress der Mutter instinktiv als Überlebensgefahr wahrnehmen.

Das leuchtet mir ein und macht mich gleichzeitig stutzig. Würde das bedeuten, wenn meine Freunde und ich bei manchen Situationen schnell in Stress geraten, dass wir dann als Kinder vernachlässigt wurden. Sind unsere Eltern schuld daran?

Naja, sind wir schuld daran, wenn wir in Stress geraten? Wir reagieren instinktiv und wir tragen höchstens dann eine Mitschuld an unserem Stress, wenn wir die Zusammenhänge erkennen und nicht versuchen, etwas dagegen zu tun. Und das weiß ich aus eigener Erfahrung, Erkennen – Wahrnehmen – Verändern, dass ist ein steiniger Weg.

Es stimmt mich traurig, wenn ich daran denke, dass ich meinen Kindern möglicherweise eine stressige Kindheit beschert habe. Es bleibt mir nichts, als mit ihnen darüber zu sprechen und mir selbst zu verzeihen.

Es stimmt mich auch traurig, dass ich wahrscheinlich als kleines Kind ein stressiges Umfeld hatte. Aber da habe ich ja die Möglichkeit, mit meinem Unbewussten Kontakt aufzunehmen und mein „inneres Kind“ zu trösten, um ihm heute die Sicherheit zu geben, die es damals gebraucht hatte.

Schade, dass ich dies nicht für meine Kinder tun kann, dass ich immer nur mich selbst verändern kann. Aber ich vertraue darauf, dass sie genau wie ich, nicht nur instinktiv auf Stress reagieren, sondern auch die instinktive Fähigkeit „geerbt“ haben, zu lernen und sich selbst zu heilen.

Bis dann!

Individuelle Körpersignale – Warum reagiert mein Kopf erst so spät auf Stress, obwohl mein Körper sofort darauf reagiert?

Heute, einen Bandscheibenvorfall später, weiß ich mehr über Stress. Das heißt, theoretisch wusste ich natürlich auch schon vorher, dass der Körper instinktiv nach uraltem Modell auf Stress mit erhöhtem Blutdruck, mehr Energie in den Muskeln, eingeschränkter Verdauung und Notprogramm im Gehirn reagiert, um zu fliehen oder zu kämpfen. Fand ich logisch und unpassend zugleich.

Aber ich hatte es nicht begriffen!! Ich hatte als berufstätige Mutter mit einem großen Garten nicht begriffen, dass meine Rückenschmerzen ein Zeichen von Stress waren, von Dauerstress! Ich schob sie auf falsche Körperhaltung, auf einen körperlichen „Defekt“ und hoffte, der Arzt könnte mir helfen.

Mein Arzt war ein weiser Mann. Er erklärte mir geduldig, dass wir auf Stress instinktiv „wie die Tiere“ reagierten und dass wir nach jeder Stresssituation unseren Körper wieder runterschalten müssten, durch Sport und Entspannung. Ansonsten würden die einzelnen Organe durch den Dauerstress Schaden nehmen. Und irgendwann hätten wir dann das Ergebnis: z.B. kann die Dauerverspannung der Rückenmuskulatur im Endefekt einen Bandscheibenvorfall auslösen. Beim Verabschieden machte er mich auf die alten Volksweisheiten, wie „das schlägt mir auf den Magen“ usw. aufmerksam. „Googeln sie mal!“ sagte er.

Brauchte ich nicht, diese Sprüche kannte ich alle. Ich ärgerte mich über meinen Arzt. So blöd kann ja wohl keiner sein, dass er sich die starken Schmerzen eines Bandscheibenvorfalls „beschert“, nur weil er vorher nicht auf sich hört. Dieser Gedanke allein bereitete mir Stress und promt verstärkten sich meine Rückenschmerzen.

Freunde bestätigten mir, dass auch sie mit körperlichen „Gebrechen“ auf Stress reagierten. Aber es dauerte noch eine Weile, bis ich diese animalische Stressgeschichte tatsächlich begriff: Stress – Körperreaktion – Entspannung. Und es dauerte noch länger, bis ich anfing meine Körpersignale wahrzunehmen und als „Frühwarnsystem“ für Stress zu nutzen.

Ehrlich gesagt, gelingt mir das nicht immer. Es gibt nach wie vor Situationen, in denen ich meinen Körper ignoriere oder die Signale erst im nach hinein wahrnehme. Aber immer hin!

Bis dann!